2021-09-06 Hafentage Texel Teil I

Hafentage!

Erst heute beschäftigen wir uns ernsthaft damit, was die fehlende Dirk für unsere weiteren Reispläne bedeuten. Ordentlich segeln ist auf unserem Boot fast nicht mehr möglich, da der Baum eh schon sehr tief im Cockpit steht und ohne die Dirk nicht mehr über die Reling kommt.

Unter Motor nach Terschelling oder Vlieland geht, macht aber keinen Spass und wenn wir dann auf einer der entfernteren Inseln liegen und das Wetter wie angekündigt schlechter wird, werden wir noch schlechter weg kommen als eh schon.

So fällt relativ schnell die Entscheidung, dass es von Texel bei aufkommendem schlechteren Wetter rechtzeitig ans Festland gehen wird.

Aber jetzt geniessen wir Texel! Unser Bootsgast muss doch Strand und Wasser kennenlernen – und unsere Monster fordern auch ihr Recht – Finja möchte endlich RICHTIG nass sein

 

2021-09-05 Enkhuizen – Texel

Nach einem tollen gemeinsamen Abend mit Freunden und leckerem Essen geht es heute relativ früh weiter. Wir möchten nach Den Oever, um – wenn es mit den Gezeiten noch passt – evtl. schon am Abend auf Texel zu sein… Waddenzee, Salzwasser, Insel! Davon haben wir vor vier Wochen nicht einmal zu träumen gewagt – und wenn der Traum so zum Greifen nahe liegt, dann möchte man ihn HEUTE!!!!

Also hieß es um kurz nach 8:00 Leinen los! Um es bis Texel zu schaffen, müssen wir 1,5 Stunden vor Niedrigwasser Den Oever durch die Schleuse sein – 13:20 Uhr ist gewünschte Salzwasserzeit!

Das Ijsselmeer hasst uns auch heute wieder, kurze Welle, Wind kommt wieder aus der falschen Richtung und wir werden viel kreuzen müssen. Kurz denken wir darüber nach, Richtung Lorentzsluis zu gehen, aber das passt noch weniger!

Dann ist das so.

Und dann gab es eine Knall, der Baum fiel runter! Was war passiert? Die Halterung der Dirk oben am Mast musste sich gelöst haben, wir hatten die komplette Länge der Dirk in der Plicht liegen.

Das hat die Gesamtsituation nicht unbedingt verbessert. Dafür war der Wind weg und wir mussten den Motor laufen lassen.

Zeitlich war es eh schon mehr als knapp, um 13:00 erreichen wir den Tonnenstrich Richtung Schleuse – und es sind noch 10km. Kurz vor der Hafeneinfahrt Den Oever fällt uns auf, dass der Motor extrem warm ist, kontrollieren die Temperatur des ausgestoßenen Kühlwassers und verbrennen uns fast die Finger! Shit!

Also, im Binnenhafen Den Oever am Passantensteiger festgemacht, zum Hafenkontoor, um einen Liegeplatz für die Nacht zu buchen – geschlossen! Der Hafenmeister ist erst in einer Stunde wieder da. Wir nutzen die Zeit, heben den Außenborder aus dem Schacht und reinigen die komplett zusitzenden Ansauglöcher fürs Kühlwasser. Und siehe da: Problem gelöst! Und wir fahren weiter, obwohl die optimale Zeit schon vorbei ist.

Um kurz vor 19:00 Uhr machen wir auf Texel fest! Glücklich und geschafft!

2021-09-03 Ketelhaven – Enkhuizen

Heute können wir SEGELN!!! Endlich! Und, es geht nach Enkhuizen, um dort Freunde zu treffen.

Wie sollte es anders sein: der Wind mag uns nicht, kommt aus einer nicht guten Richtung und ist zu schwach – das Lustig-Bunte-Segel scheidet aus. Dafür haben wir unsere gehasste kabbelige Ijsselmeer-Welle wieder – die BINOM wird zum Korken am Wasser.

Die Hunde hassen uns jetzt schon und zeigen ihren Unmut deutlich mit Erbrochenem auf diversen (Kuschel)-Decken.

 

Da müssen wir ja jetzt durch! Das Groß steht besch…en, der Wind wird deutlich weniger, vielleicht doch das Lustig-Bunte-Segel? Alles blöd… also, den Flautenschieber an, damit wir vor der Dunkelheit im Hafen sind – einen Platz haben wir zum Glück sicher!

Unser Ziel in Enkhuizen ist der Buyshaven, weil hier unsere Freunde ihre neue Breehorn 31 liegen haben, die wir uns angucken möchten.

Da es ja schon später ist, wir beide keine Lust mehr haben zu kochen, entscheiden wir uns fürs niederländische Lieferando und waren von dem ausgewählten Lieferdienst mehr als positiv überrascht.#

2021-09-02 Doesburg bis Ketelhaven

Heute haben wir Kampen geplant, möchten aber gerne einen anderen Hafen kennenlernen.

Aber zuerst mussten wir tanken, was nicht weit entfernt in der “Droompark Marina”, ehemals “Dorado Beach”,  gut möglich ist – Benzin ist und bleibt halt ein Problem.

Auf dem Weg dahin liegt unsere “Lieblingsbrücke IJsselspoorbrug Zutphen” und wie sollte es anders sein – mit stehendem Mast passen wir nicht drunterher. Also, die hinterlegte Rufnummer um 11:30 Uhr gewählt, unseren Wunsch geäussert: “in 20min kann ich öffnen” – Perfekt! Mast dippen lohnt sich nicht!

Es wurde 11:50 Uhr und welche Überraschung: NICHTS tat sich! Also nochmal anrufen – ups, vergessen, weil der für Sportboote festgelegte Wartebereich NICHT im sichtbaren Kamerabereich liegt! Also, nächste mögliche Öffnung 12:20 Uhr – in diesen 50 Minuten hätten wir locker den Mast gedippt gehabt. Egal, 12:28 Uhr sind wir endlich durch.

Weiter geht es und wir freuen uns, die Kampener Brücke zu sehen, für uns ist sie immer DAS Zeichen für: bald können wir Segeln!

 

Es ist erschreckend, wie früh es schon dämmert bzw. Abendstimmung gibt. Das sind wir von unseren Juni-Urlauben einfach nicht gewohnt. Trotzdem entscheiden wir uns auch heute, noch ein Stück weiter zu fahren, um morgen den Segeltag für die Hunde möglichst kurz zu halten und so wird es heute nicht Kampen, sondern der Ketelhaven.