2019-07-01 Middenmeer – Amsterdam

Wir kommen erst gegen 10:45 los… gestern hat der Aussenborder wieder ein Eigenleben entwickelt und er möchte mit gaaaanz viel Frischwasser gespült werden, um uns (hoffentlich) gut nach Hause zu bringen. 

Die Strecke von Middenmeer Richtung Alkmaar ist wunderschön. 

Dieses Jahr lassen wir Alkmaar und auch das Alkmaarer Meer rechts liegen. Segeln können wir nicht, dafür den Hunden die Wellen ersparen, indem wir den Kanal außen herum nehmen. So finden wir einen schönen Platz, um kurz die Hunde zu bewegen. Das bringt uns zum Abend hin Zeit, schließlich überlegen wir heute durch Amsterdam zu fahren. Die Höhe reicht, dass nicht eine Brücke für uns öffnen müsste… so der Plan

Die Realität sieht anders aus. Eine Behelfsbrücke zur Zaan hat nur 150cm… das reicht nicht! Außerdem müssen wir lesen, dass die Schleuse zum Nordseekanal erst um 18:30 wieder bedient wird. Also richten wir uns auf eine ordentliche Wartezeit in Zaandam ein, denn schließlich warten seit 13:00 ALLE Schiffe auf die Schleusenöffnung. Wir lassen uns Zeit. Nachdem wir die Behelfsbrücke passieren können, sind wir um 18:20 an der Schleuse. Wie erwartet stehen etliche Berufs- und Freizeitschiffe vor der Schleuse. Wir haben Glück, dass der Schleusenwärter jeden Meter ausnutzt und hinter die Berufsschiffe so gut wie möglich die kleinen Yachten reinholt. So sind wir schon bei der 2. Schleusung dabei.

Hier müssen wir uns entscheiden: links Amsterdam, rechts Haarlem. Es wird… AMSTERDAM! 

Die Strecke am äußeren Kanal ist wunderschön, grün, überall winkende Leute am Ufer. Es hat echt Spaß gemacht, einen Hauch der Multi-Kulti-Großstadt zu atmen.

Gegen 20:30 sind wir an der Nieuwe Meersluis, die mit der Brücke der begrenzenden Faktor auf der Staandemast-Route ist. Diese Brücke wird wegen des naheliegenden Flughafens nur zu bestimmten Zeiten nachts für Segelboote mit Mast geöffnet. 

Für uns ist die Brücke kein Problem – aber die Schleuse… die Tore auf unserer Seite lassen sich aufgrund eines technischen Defekts nicht öffnen, und so warten wir über 45 Minuten, bis das Problem behoben ist.

Auf den letzten Metern sollte es aber nicht das einzige technische Problem bleiben. Wir nehmen eine Polywalk mit Wassereinbruch und Motorschaden längstseits, um sie in ihren Hafen zu schleppen, der 500m hinter unserem Nachtquartier liegt.

Um 22:00 ist wir endlich soweit – Leinen fest! 

Wir haben einen tollen Platz, zwar am Passantensteiger an der Außenseite, aber so können wir die Boote beobachten, die auf die nächtliche Durchfahrt mit stehendem Mast warten – beeindruckend, als sich dann bei Dunkelheit die Brücke öffnet und die Segler in Kolonne losfahren.

2019-06-30 Workum – Middenmeer

Um 10:00 starten wir endgültig Richtung Heimathafen… das Wetter könnte uns nach Enkhuizen bringen – mal schauen.

Die Wellen in der Ausfahrt Workum sind schlimmer als alles bisher am IJsselmeer – wir hören komische Geräusche: ein Hund hat aufs Bett gekotzt! Noch in der Ausfahrt drehen wir kurz ein, um ins 2. Reff zu wechseln.

Die Bedingungen am IJsselmeer sind uns nicht gut gesonnen… Trotz 2. Reff und der kleinen Fock zankt die Welle sogar uns Menschen, von den Hunden unter Deck ganz zu schweigen.

Was sollen wir tun?

  • Umkehren? Die nächsten zwei Tage sollen schlimmer werden – Binnen an der Ostseite?
  • Durchziehen bis Enkhuizen, Muiden können wir so vergessen – aber von Enkhuizen binnen weiter kommen wir nicht.
  • Alternativ geht auch Medemblik, und dann? Dort gibt es immerhin die Möglichkeit Binnen zur Staande-Mast-Route zu kommen und damit bis zur Maas. 

Die Entscheidung lautete: Medemblik, direkt am Ortseingang den Mast legen und den kürzesten Weg unabhängig von Wind und Welle  nehmen.  

Selten war ich so froh, Land unter den Füßen zu haben, die 30km übers IJsselmeer waren gruselig. Segeln geht nur bedingt und der Motor zickt wieder (logisch, wir haben ja auch gerade den Yamaha-Service hinter uns gelassen).

Im Stadthafen Medemblik machen wir nur kurz fest, um die Mast zu legen, mittlerweile eine unserer leichtesten Übungen. Hinter uns liegt ein Schiff mit deutschen Nachbarn – im wahrsten Sinnen des Worte: sie kommen aus unserem Nachbarort Borth.

 

Leider haben wir beim Mastlegen „Verlust“ gemacht – Tschüss geliebte Umlenkrolle…

Um 16:30 Uhr geht es binnen weiter… sehr weit möchten wir heute nicht mehr, wir haben die Nase voll für heute. Nach weiteren 10 km und einigen Schleusen sind wir in Middenmeer, eine Brücke hat wohl Sonntag (bis 19:00) mit Wochentag (bis 18:00) verwechselt, um 18:43 Uhr sehen wir DOPPELROT – und auch heute ist es uns egal: wir passen bei 2,50m durch. Binnen merkt man von dem Schietwetter auf dem IJsselmeer nichts mehr – wir haben Sonne und blauen Himmel!

Für die Strapazen des Tages werden wir mit einem wunderschönen Hafen im Grünen und einem „Herzlich Willkommen“ durch die Vereinsmitglieder belohnt, die mit sehr viel Herzblut den Betrieb sicherstellen.

 

 

 

2019-06-29 Hafentag Workum

Es ist warm… zu warm! 

Heute treffen wir Siggi und Freundin, um uns einen schönen Abend zu machen, zu grillen und einfach Spaß zu haben.

So heißt es heute: Einkäufe erledigen- Friesland Flagge, Schmiermittel für den Reißverschluss der Kuchenbude, weißes Spannbetttuch, um die Hitze von der Kuchenbude wegzuhalten, Getränke und Essen für den Rückweg.

Jörg hat mal wieder gezeigt, dass doch ein MacGyver in ihm steckt: Rettungsdecke als Reflektionsfläche für die Sonne

Wir haben einen tollen Abend mit viel Spaß, kaltem Bier und sehr netten Gesprächen.

Zum Abschluss des Abends hat Taylor uns noch einen kurzen Schreckmoment beschert. Den ganzen Tag haben wir – und natürlich die Hunde noch viiiiel wachsamer – eine Katze beobachtet, die ständig im Hafen rumlief.

Abends – und natürlich im Dunkeln – hat Taylor DEN Moment genutzt… übers Relingnetz hinter der Katze her. Das Hafentor war zu, aber Katze und  sie passten drunter her und waren damit weg! Taylor hatte noch nicht ihr Leuchtie zum Abendspaziergang an und war damit unsichtbar… schnell hat sie aber verstanden, das

  1. die Katze schneller ist
  2. wir nicht mehr bei ihr sind und
  3. sie besser umkehrt.

Gut, dass wir das dritte Jahr hier im Hafen sind und sie sich auskennt… der Schreck hat keine Minute gedauert – Aber auch die war sehr lang!

 

2019-06-28 Vlieland – Workum

Ja, wir müssen los! Leider! Aber die nächsten Tage kann das Wetter richtig schlecht werden und wir müssen in einer Woche zu Hause sein.

So nutzen wir die Gelegenheit, unseren Freund Siggi in seinem Heimathafen zu besuchen: Workum!

Zuerst haben wir wenig Wind und wenig Strom, so läuft der Motor wieder einmal mit – aber heute zickt er!

Kurz vor Kornwerdersand frischt der Wind auf gute 6bft auf, die Wellen nehmen zu und wir haben kurz Grundberührung. Die ganze Zeit folgt uns schon eine kleine Dehler, die wir jetzt durch die Grundberührung passieren lassen müssen. Aber warte… nur kurz! Der Wind steht gut und die Binom wird zur Rennziege und zieht an der Dehler „mal eben“ vorbei!

Die Segel zu bergen war ein klitzekleines Abenteuer, das Anlegen gegen den Wind ein großes und nur mit Hilfe möglich… ach ja: ohne Hilfe macht es „Zack“ am Dalben.

Wir sind Glück in der Lorentzschleuse zu sein und schmieden schon wieder einen Plan: bis Makkum oder sofort nach Workum? Zeitlich passt Workum gut… die Schleuse zu Siggis Hafen könnte knapp werden, aber es gibt ja vorher Anlegemöglichkeiten.

In der Einfahrt Workum steht – wie immer – eine fiese Welle, die uns noch einmal ordentlich durchschüttelt. Und wir haben wieder Glück: 19:10 Uhr sind wir in der Schleuse und der Schleusenwärter sorgt dafür, dass wir noch bis zu unserem Ziel durchfahren!