2019-07-03 St. Andries – WSV Ascloa

Als wir am Abend vorher Landstrom legen, fliegt auch hier die Sicherung am Steg raus. Wir sind abends noch auf Fehlersuche gegangen und haben einen weiteren Verlust zu beklagen: die SENSEO!!!! irgendetwas stimmt nicht, so dass es heute löslichen Kaffee und Pulvercappuccino gibt. 

Wir haben hinter der Schleuse “St. Andries” im Yachthafen “De Maas” übernachtet. Die Sanitäranlagen in diesem Hafen sind unterirdisch und ekelhaft noch dazu. Wir freuen uns auf den Abend, aufs Duschen verzichten wir hier sehr gerne.

Und so geht unsere Reise langsam zu Ende, das Heimatgewässer ist erreicht, wir sind auf der Maas!

Auch heute soll es sehr warm werden, wir werden sehen, bis wohin uns die Hunde kommen lassen.

Schleusen ist heute mal gar kein Thema, wir müssen weder Lith, Grave noch Sambeck lange warten.

Nur Belfeld möchte uns extra Schleusen, wenn der Frachter bergab rauskommt, statt uns mit in die große Schleuse mit der Berufsfahrt zu legen. Und so kommt es, wie es kommen muss, das Unglück nimmt seinen Lauf……

Calm muss sehr dringend ein Geschäft erledigen, was GENAU hier nicht so einfach geht. Es gibt nur einen Möglichkeit: die Plicht… aber da habe wir die Rechnung ohne Calm gemacht, der sich für seine Haufen immer eine geschützte Ecke sucht. Also sucht Calm sich unter Deck einen Flokati und erleichtert sich. Da wir ja eh aufs Schleusen warteten, wurde der Flokati schnell durchs Wasser gezogen und in einen Müllsack gesteckt. Die Waschmaschine wird es richten. 

Wir haben im Laufe des Nachmittags beschlossen, bis in den Heimathafen zu fahren und je nach Ankunftszeit sogar noch mit dem Auto nach Hause. Es ist einfach zu warm für unsere Hunde.

Und so endet morgens kurz nach 0:00 unsere Sommertour.

Das letzte Abenteuer unserer diesjährigen Tour: JA, der Golf springt an!!!!

2019-07-02 Amsterdam – St. Andries, Jachthaven De Maas

Der Morgen startet mit zwei Überraschungen

  1. die Sicherung am Steg fliegt ständig raus – (noch haben wir keine Idee, was es sein könnte)
  2. der Hafenmeister erlässt uns die Liegegebühr, weil wir so spät da waren und seiner Meinung auch schon wieder viel zu früh fahren – Danke schön!

Für uns geht es durch die Schleuse von gestern wieder Richtung Amsterdam-Stadt.Wir werden immer mutiger, was unsere Durchfahrtshöhe angeht… alle kommenden festen Brücken der Weespertrekvaart haben 2,60-2,90m… wir werden sehen.

Auch dieses Stück ist sehr schön, wir fahren am Olypiastadion vorbei und sehen viel Grün.

Am Ende der Weespertrekvaart, kurz vor dem Amsterdam-Rheinkanal gibt eine Grünfläche, an der wir für die Hunde fest machen, bevor es wieder auf den endloswirkenden Kanal geht – diese Anlegestelle ist ein Geschenk. Ein Imbiss mit Döner, türkischer Pizza und Cappuccino liegt keine 25m entfernt.

Die Kanal-Kilometer zählen wir sehnsüchtig mit. Es ist heiss, die Sonne brennt.

 

Endlich sind wir am Waal und genießen den uns bereits bekannten Geschwindigkeitsrausch durch die Strömung. Aber es liegt auch eine gewisse Anspannung in der Luft. Ist der St.-Andries-Kanal für uns nutzbar oder sehen wir wieder einmal DOPPELROT?

Wir haben ein wenig Pech, denken, sind etwa 500m zu spät, um  mit dem Berufsschiff in die Schleuse einzufahren. Wegen des Verkehrs am Waal kommen wir nicht auf die andere Seite. ABER: die Schleuse ist repariert und wir dürfen noch mit dem Frachter Schleusen! Läuft!

Direkt hinter der Schleuse, noch vor der Maas liegt der Jachthaven  De Maas, der unser Liegeplatz für die Nacht werden soll.

2019-07-01 Middenmeer – Amsterdam

Wir kommen erst gegen 10:45 los… gestern hat der Aussenborder wieder ein Eigenleben entwickelt und er möchte mit gaaaanz viel Frischwasser gespült werden, um uns (hoffentlich) gut nach Hause zu bringen. 

Die Strecke von Middenmeer Richtung Alkmaar ist wunderschön. 

Dieses Jahr lassen wir Alkmaar und auch das Alkmaarer Meer rechts liegen. Segeln können wir nicht, dafür den Hunden die Wellen ersparen, indem wir den Kanal außen herum nehmen. So finden wir einen schönen Platz, um kurz die Hunde zu bewegen. Das bringt uns zum Abend hin Zeit, schließlich überlegen wir heute durch Amsterdam zu fahren. Die Höhe reicht, dass nicht eine Brücke für uns öffnen müsste… so der Plan

Die Realität sieht anders aus. Eine Behelfsbrücke zur Zaan hat nur 150cm… das reicht nicht! Außerdem müssen wir lesen, dass die Schleuse zum Nordseekanal erst um 18:30 wieder bedient wird. Also richten wir uns auf eine ordentliche Wartezeit in Zaandam ein, denn schließlich warten seit 13:00 ALLE Schiffe auf die Schleusenöffnung. Wir lassen uns Zeit. Nachdem wir die Behelfsbrücke passieren können, sind wir um 18:20 an der Schleuse. Wie erwartet stehen etliche Berufs- und Freizeitschiffe vor der Schleuse. Wir haben Glück, dass der Schleusenwärter jeden Meter ausnutzt und hinter die Berufsschiffe so gut wie möglich die kleinen Yachten reinholt. So sind wir schon bei der 2. Schleusung dabei.

Hier müssen wir uns entscheiden: links Amsterdam, rechts Haarlem. Es wird… AMSTERDAM! 

Die Strecke am äußeren Kanal ist wunderschön, grün, überall winkende Leute am Ufer. Es hat echt Spaß gemacht, einen Hauch der Multi-Kulti-Großstadt zu atmen.

Gegen 20:30 sind wir an der Nieuwe Meersluis, die mit der Brücke der begrenzenden Faktor auf der Staandemast-Route ist. Diese Brücke wird wegen des naheliegenden Flughafens nur zu bestimmten Zeiten nachts für Segelboote mit Mast geöffnet. 

Für uns ist die Brücke kein Problem – aber die Schleuse… die Tore auf unserer Seite lassen sich aufgrund eines technischen Defekts nicht öffnen, und so warten wir über 45 Minuten, bis das Problem behoben ist.

Auf den letzten Metern sollte es aber nicht das einzige technische Problem bleiben. Wir nehmen eine Polywalk mit Wassereinbruch und Motorschaden längstseits, um sie in ihren Hafen zu schleppen, der 500m hinter unserem Nachtquartier liegt.

Um 22:00 ist wir endlich soweit – Leinen fest! 

Wir haben einen tollen Platz, zwar am Passantensteiger an der Außenseite, aber so können wir die Boote beobachten, die auf die nächtliche Durchfahrt mit stehendem Mast warten – beeindruckend, als sich dann bei Dunkelheit die Brücke öffnet und die Segler in Kolonne losfahren.

2019-06-30 Workum – Middenmeer

Um 10:00 starten wir endgültig Richtung Heimathafen… das Wetter könnte uns nach Enkhuizen bringen – mal schauen.

Die Wellen in der Ausfahrt Workum sind schlimmer als alles bisher am IJsselmeer – wir hören komische Geräusche: ein Hund hat aufs Bett gekotzt! Noch in der Ausfahrt drehen wir kurz ein, um ins 2. Reff zu wechseln.

Die Bedingungen am IJsselmeer sind uns nicht gut gesonnen… Trotz 2. Reff und der kleinen Fock zankt die Welle sogar uns Menschen, von den Hunden unter Deck ganz zu schweigen.

Was sollen wir tun?

  • Umkehren? Die nächsten zwei Tage sollen schlimmer werden – Binnen an der Ostseite?
  • Durchziehen bis Enkhuizen, Muiden können wir so vergessen – aber von Enkhuizen binnen weiter kommen wir nicht.
  • Alternativ geht auch Medemblik, und dann? Dort gibt es immerhin die Möglichkeit Binnen zur Staande-Mast-Route zu kommen und damit bis zur Maas. 

Die Entscheidung lautete: Medemblik, direkt am Ortseingang den Mast legen und den kürzesten Weg unabhängig von Wind und Welle  nehmen.  

Selten war ich so froh, Land unter den Füßen zu haben, die 30km übers IJsselmeer waren gruselig. Segeln geht nur bedingt und der Motor zickt wieder (logisch, wir haben ja auch gerade den Yamaha-Service hinter uns gelassen).

Im Stadthafen Medemblik machen wir nur kurz fest, um die Mast zu legen, mittlerweile eine unserer leichtesten Übungen. Hinter uns liegt ein Schiff mit deutschen Nachbarn – im wahrsten Sinnen des Worte: sie kommen aus unserem Nachbarort Borth.

 

Leider haben wir beim Mastlegen „Verlust“ gemacht – Tschüss geliebte Umlenkrolle…

Um 16:30 Uhr geht es binnen weiter… sehr weit möchten wir heute nicht mehr, wir haben die Nase voll für heute. Nach weiteren 10 km und einigen Schleusen sind wir in Middenmeer, eine Brücke hat wohl Sonntag (bis 19:00) mit Wochentag (bis 18:00) verwechselt, um 18:43 Uhr sehen wir DOPPELROT – und auch heute ist es uns egal: wir passen bei 2,50m durch. Binnen merkt man von dem Schietwetter auf dem IJsselmeer nichts mehr – wir haben Sonne und blauen Himmel!

Für die Strapazen des Tages werden wir mit einem wunderschönen Hafen im Grünen und einem „Herzlich Willkommen“ durch die Vereinsmitglieder belohnt, die mit sehr viel Herzblut den Betrieb sicherstellen.